Förderungen, Südtiroler Landwirt | 22.11.2018

Mountainbike-Fonds: Jetzt ansuchen!

Gatter und Zäune erneuern, Kulturdenkmäler erhalten ... Liegen Projekte wie diese an stark genutzten ­Mountainbike-Routen, können die betroffenen Bauernbund-Ortsgruppen und landwirtschaftlichen Organisationen nun beim Mountainbike-Fonds um eine Unterstützung ansuchen. Lesen Sie hier die Details. von Heike Mayr

Stark befahrene Mountainbike-Strecken: Ein Fonds will die Belastung für die Bauern ausgleichen. (Foto: IDM Südtirol/Harald Wisthaler)

Stark befahrene Mountainbike-Strecken: Ein Fonds will die Belastung für die Bauern ausgleichen. (Foto: IDM Südtirol/Harald Wisthaler)

Bauer Ploner ärgert sich. Schon wieder haben Mountainbiker das Viehgatter offen gelassen und Tiere sind aus der Weide entkommen. Durch die Weide führt ein Weg. Dieser ist zwar vom Tourismusverein offiziell als Mountainbike-Strecke ausgewiesen, trotzdem kommt es für die Viehhalter manchmal zu Unannehmlichkeiten. Nun ist dem Bauernbund-Ortsobmann eine Idee gekommen: Das Gatter wird entfernt und durch einen Wildrost am Boden ersetzt.
Dies könnte eine von vielen Ideen für jene „Projekte zugunsten der Landwirtschaft“ sein, die in Zukunft durch den sogenannten Mountainbike-Fonds finanziell unterstützt werden sollen.

Miteinander statt gegeneinander
Wie berichtet, wurde dieser Fonds Ende August aus der Taufe gehoben. Nun stehen die Kriterien fest. Die Initiatoren – Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols (VSS), Landesverband der Tourismusorganisationen (LTS), die BikeHotels und Südtiroler Bauernbund unter der Schirmherrschaft von Landeshauptmann Arno Kompatscher – reagieren damit auf die rasante Entwicklung beim Mountainbike: Denn immer mehr Einheimische und Feriengäste lieben diesen Sport. Mit Folgen auch für die Landwirtschaft: Bestimmte Mountainbike-Routen in Südtirols Wäldern und über landwirtschaftlich genutzte Flächen werden sehr stark befahren. Bauer Ploner ist nur ein Beispiel dafür.

Ausgleich für Belastung
Die betroffenen Bauern müssen etliche Einschränkungen beim Bewirtschaften ihrer Flächen hinnehmen. Genau diesen Nachteil soll der Mountainbike-Fonds mit seinen „Projekten zugunsten der Landwirtschaft“ ausgleichen. VSS und LTS haben sich als Vertreter der Betreiber von Aufstiegsanlagen, Shuttle-Diensten, Radverleihern und Tourismustreibenden bereit erklärt, in den Fonds einzuzahlen. Dies sieht die entsprechende Vereinbarung mit dem Bauernbund vor. Nun haben sie eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie wird die Vergabe der Beiträge aus dem Fonds beschließen.

Die Mountainbike-Arbeitsgruppe
Bauernbund-Landesobmannstellvertreter Viktor Peintner steht der Arbeitsgruppe vor. Weitere Mitglieder sind Bauernbund-­Vizedirektor Ulrich Höllrigl, der Präsident des Verbandes der Seilbahnunternehmer Südtirols, Helmut Sartori, und der Geschäftsführer des Landesverbandes der Tourismusorganisationen, Hubert Unterweger.

Die Projektkriterien
Die Arbeitsgruppe hat bei ihrer ersten Sitzung Anfang September die Kriterien für die Annahme der Gesuche beschlossen. Angenommen werden Projekte, die in Gebieten mit starker Mountainbike-Frequenz oder an Übergängen zu einer Nachbarregion realisiert werden.
Eine Vorzugsschiene gibt es für Projekte, die gemeinsam mit der Forstverwaltung (Eigenregiearbeiten) entwickelt werden. In diesem Fall ist mit dem zuständigen Forstinspektorat abzuklären, ob das Vorhaben den Vorgaben des Forstgesetzes entspricht. Es ist weiters ein Kostenvoranschlag vom Forst­inspektorat einzuholen. Die Untergrenze für ein Forstprojekt beträgt 10.000 Euro.
Die Forstverwaltung könnte nach Genehmigung durch die Arbeitsgruppe des Mountainbike-Fonds das entsprechende Projekt in Eigen­regie mit Mitteln aus dem Mountainbike-Fonds realisieren.
Ein Projekt kann mit maximal 15.000 Euro bezuschusst werden. Die Maßnahmen müssen sichtbar sein. Unterstützt werden landwirtschaftliche und ländliche Infrastrukturen wie der Bau oder die Erneuerung von Zäunen, Gattern, Mauern, aber auch die Erhaltung von bäuerlichen Kulturdenkmälern. Die Projekte müssen für die Landwirtschaft im betreffenden Gebiet relevant sein.
Über die Jahre wird die Arbeitsgruppe darauf achten, Projekte aus allen Landesteilen auszuwählen und zu unterstützen.

Bis 11. Jänner 2019 ansuchen
Um Interesse für einen Beitrag aus dem Mountainbike-Fonds anzumelden, kann eine Bauernbund-Ortsgruppe oder landwirtschaftliche Organisationen bis Freitag, 11. Jänner 2019, ein Gesuch an die Arbeitsgruppe stellen. Beizulegen ist eine Projektbeschreibung und ein Finanzierungsplan.
Ende Jänner 2019 wird die Arbeitsgruppe des Mountainbike-Fonds die eingereichten Projekte beurteilen und über einen Projektbeitrag entscheiden. Nach Abschluss der Arbeiten und einer Kostenabrechnung wird der Ortsgruppe der genehmigte Beitrag ausbezahlt. Wenn das Forstinspektorat die Arbeiten in Eigenregie ausführt, zahlt der Mountainbike-Fonds den Projektbeitrag direkt an die Forstverwaltung aus.

Formular und Informationen
Das Gesuchsformular ist hier als Download zu finden. Auskünfte dazu erteilt Heike Mayr (heike.mayr@sbb.it).

Der Mountainbike-Fonds

Der Mountainbike-Fonds soll „Projekte zugunsten der Landwirtschaft“ finanziell unterstützen. Wie berichtet, wurde dieser Fonds Ende August ins Leben gerufen.
Träger sind der Landesverband der Tourismusorganisationen Südtirols (LTS), Bike-Hotels, der Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols (VSS) und der Südtiroler Bauernbund. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat die Schirmherrschaft übernommen (siehe diesen Bericht).
Nun stehen die Kriterien für die Beitragsvergabe fest. Die Bauernbund-Ortsgruppen und die landwirtschaftlichen Organisationen können erstmals um finanzielle Unterstützung ansuchen. Der Fonds ist als Wertschätzung für jene Grundeigentümer gedacht, die ihren landwirtschaftlichen Grund für Mountainbike-Strecken in Gebieten mit besonders starker Frequenz zur Verfügung stellen. Die finanzielle Unterstützung soll einen Ausgleich für die Belastungen durch die Nutzung der Mountainbiker darstellen.